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Jul-Sep 2011

Wenn Roberto Blanco auf Heavy Metal trifft

Neuer Spot der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. weist auf humorvolle Weise auf Erkrankung und ihre Folgen hin

 
Mit einem ungewöhnlichen und humorvollen Spot macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. auf das Problem von Demenz aufmerksam. Im Mittelpunkt des Spotkonzepts steht das für die Betroffenen elementare Orientierungsproblem.

Der Spot beginnt im Backstage-Bereich einer Konzerthalle. Dort bereitet sich der Entertainer Roberto Blanco auf sein Konzert vor. Es erscheint ihm zwar etwas seltsam, dass der Visagist nur lieblos eine Portion Gel auf seinem Kopf verteilt und das Catering ausschließlich aus einem Dosenbier besteht, aber Roberto Blanco - ganz Profi - lässt sich davon nicht irritieren und macht sich auf den Weg zur Bühne. Schweinwerfer blenden Roberto, er glaubt, seine Band wartet auf ihn und er betritt die Bühne. Dann folgt der Schock: Der Zoom aufs Publikum zeigt Hunderte von Heavy Metal Fans, die ganz sicher nicht mit Roberto Blanco gerechnet haben. Eine Off-Stimme löst den Irrtum auf: "Den Ort verwechselt? Für 1,2 Millionen Menschen in Deutschland ist das Alltag. Sie leiden an Demenz. Vergessen wir sie nicht."
Das Außergewöhnliche an diesem Spot lag neben den musikalisch extrem unterschiedlichen Protagonisten auch an den unkalkulierbaren Überraschungsmomenten bei der Produktion. Denn der Dreh fand während eines realen Live-Konzerts der Band Sodom am 20. Februar in der Rockfabrik in Ludwigsburg statt, ohne dass das Publikum im Vorwege informiert war. Der Spot ist ab sofort auch unter www.deutsche-alzheimer.de zu sehen.
 

 

Technik gegen das Vergessen: Demenzkranke im Alltag unterstützen

 

Demenzkranke Menschen benötigen Unterstützung. Das Fraunhofer IGD, die weltweit führende Forschungseinrichtung für angewandtes Visual Computing, entwickelt technische Lösungen, damit Demenzpatienten selbständig in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

In der Entwicklung sind Intelligente Wohnumgebungen (Ambient Assisted Living, kurz AAL), welche über Sensoren die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner erkennen und sie an notwendige Handlungen erinnern oder diese sogar selbstständig ausführen. So machen sie darauf aufmerksam, dass der Herd nicht ausgeschaltet ist oder wenn es Zeit ist ein bestimmtes Medikament einzunehmen.

In einem Forschungsverbund mit 21 Partnern aus sechs europäischen Staaten erarbeitete das Fraunhofer IGD technologische Lösungen, die älteren und kranken Menschen vielschichtige Dienste für mehr Unabhängigkeit bieten. Im Rahmen des EU-Projekts PERSONA entwickelten die Fraunhofer-Forscher eine Softwareplattform, welche die Basis für die verschiedensten intensiven Unterstützungsanwendungen bildet.

Weitere Informationen: www.igd.fhg.de/Forschungsgebiete/Ambient-Intelligence

 

Handyortung bei Demenz - So haben Sie demenzkranke Angehörige immer im Blick

Zuverlässige Standortbestimmung ohne teure Zusatzgeräte - Unerwünschte Ortung durch Dritte ausgeschlossen

Die zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit oder Wortfindungsstörungen machen es den Betroffenen schwer, ein selbständiges Leben zu führen. Jedoch im Anfangsstadium ihrer Erkrankung sind die meisten durchaus noch in der Lage, ihren Alltag weitgehend alleine zu meistern. Die berechtigten Sorgen der Angehörigen und Fragen wie "Meldest du dich, wenn du wieder zu Hause bist?" oder "Kannst du alleine zum Einkaufen gehen?" werden dann schnell als Bevormundung und übermäßige Kontrolle missverstanden. 

 

Hier bietet die Handy-Ortung von verschiedenen Herstellern den Angehörigen eine Möglichkeit, den Aufenthaltsort der Eltern oder Großeltern immer im Blick zu behalten. Diese Form der "sanften Kontrolle" funktioniert unkompliziert und ohne teure Zusatzgeräte - außer dem Mobiltelefon natürlich. Dieses muss auf der Internetseite des Ortungsdienstes angemeldet und mit einer Bestätigungs-SMS an den Netzbetreiber freigeschaltet werden. Eine unerwünschte Ortung durch Dritte ist so ausgeschlossen.

Mit wenigen Klicks im Internet können nun die Angehörigen - und sonst niemand - jederzeit nachsehen, ob ihr Vater beispielsweise schon vom Einkaufen zurück oder ihre Mutter noch immer bei Friseur ist. Dazu nutzt die Handy-Ortung die Funksignale, die jedes Mobiltelefon permanent mit den nächstgelegenen Sendemasten austauscht. So lässt sich der Standort des Handys, je nach Netzabdeckung, bis auf wenige Meter genau bestimmen.

 
Und anders als bei einem Anruf oder einer SMS merkt der Geortete nicht unmittelbar, dass sein Handy gerade lokalisiert wurde. So haben die Betroffenen die Möglichkeit, nach wie vor am öffentlichen Leben teilzunehmen und ihren Alltag so selbständig wie möglich zu gestalten.

 

Schmerzen bei Demenzpatienten erfordern genaue Beobachtung

Studien zeigen, dass Menschen mit Demenzerkrankungen weniger Schmerzmittel erhalten, wenn sie sich sprachlich nicht mehr gut mitteilen können. Im späteren Krankheitsverlauf fällt es Alzheimerkranken oft schwer, ihre Schmerzen adäquat zu beschreiben und auf ihre Beschwerden aufmerksam zu machen. Hier sind Pflegepersonal und Angehörige gleichermaßen gefordert, durch aufmerksame Beobachtung Schmerzsymptome zu erkennen.

Eine angemessene Schmerzbehandlung kann die Lebensqualität demenzkranker Menschen erheblich verbessern und auch ihre Gedächtnisleistung verbessern. Wer kann sich schon mit Schmerzen konzentrieren? Schmerzen sind oftmals nur anhand von nonverbalen Äußerungen erkennbar. Einige typische Zeichen sind:

- Veränderungen der Mimik und Körpersprache
- angespannter oder starrer Blick
- Vermeiden bestimmter Körperpositionen oder Bewegungen
- verstärkte Anspannung der Muskulatur
- geballte Fäuste
- angezogene Knie
- auffällige Berührungsempfindlichkeit
- Stöhnen, Schreien oder Weinen

Sollten einige dieser Anzeichen bei ihrem demenzkranken Angehörigen bemerken, sollten sie Ihre Beobachtung mit dem behandelnden Arzt besprechen. Er kann dann entscheiden, ob eine Änderung der Medikation notwendig ist.

Quelle: Deutsche Gesundheits-Korrespondenz, DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V., Mai 2011

Schlechte Blutwerte beeinflussen Alzheimer-Erkrankung

Behandelt man hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes mellitus und andere vaskuläre Risikofaktoren, kann das die Gefahr für eine Alzheimerdemenz senken. Diese Erkenntnisse gewannen Wissenschaftler um Yan-Jiang Wang von dem Department of Neurology and Center for Clinical Neuroscience in Daping, China. Die Wissenschaftler untersuchten 837 Menschen mit einer schwachen kognitiven Beeinträchtigung (MCI), dem Stadium des Gedächtnisschwunds, der häufig zu einer Alzheimerkrankheit führt. Nach der Bestimmung der Blutwerte und Vorerkrankungen teilten sie die Studienteilnehmer in drei Teilgruppen.

In einer der Gruppen behandelten die Forscher keinen der vorliegenden vaskulären Risikofaktoren, in einer zweiten Gruppe nur einen Teil der Risikofaktoren und in der dritten Gruppe wurden alle vaskulären Risikofaktoren behandelt. Dabei benutzten die Wissenschaftler Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Insulin, cholesterinsenkende Medikamente und diätetische Kontrollmaßnahmen.
Nach fünf Jahren entwickelten 298 der Studienteilnehmer eine Alzheimerkrankheit. Die Personen mit Risikofaktoren wie einem hohen Blutdruck, Diabetes mellitus und einem hohen Cholesterinspiegel entwickelten mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit eine Alzheimer-Erkrankung als diejenigen ohne vaskuläre Risikofaktoren. 52 Prozent der Personen mit Risikofaktoren entwickelten eine Alzheimerkrankheit, im Vergleich zu 36 Prozent derjenigen ohne Risikofaktoren.



Insgesamt zeigen Personen, bei denen eine medikamentöse Therapie ihres Bluthochdrucks, ihres Diabetes mellitus und des erhöhten Cholesterins erfolgt, eine geringere Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken.

Quelle: J. Li et al. Vascular risk factors promote conversion from mild cognitive impairment to Alzheimer disease. Published online before print April 13, 2011, doi: 10.1212/WNL.0b013e318217e7a4


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